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Links, rechts oder doch lieber geradeaus?

 

Wem kommt das bekannt vor?

Autofahren mit eingeschaltetem Navi, der freundlichen Stimme lauschen, die einen schon richtig führen wird….und das, obwohl man die Strecke bereits kennt und eigentlich selbst weiß, wie man ans Ziel kommt.

Vor zwei Tagen hatte ich einen Termin in Gießen. Von meinem Standort gibt es drei unterschiedliche Routen, die ich fahren kann. Ich bin die Strecke nach Gießen schon mehrfach gefahren und kenne diese drei Strecken. Ich weiß also genau genommen, wie ich fahren muss, wenn ich mich erstmal für eine der Strecken entschieden habe.

Irgendwann auf halber Strecke ertappe ich mich dabei, dass ich (wie selbstverständlich) mein Navi eingestellt hatte. Warum bitte fahre ich mit Navi? Ich weiß doch, wo es lang geht. Ich kenne das Ziel und weiß, wie ich dorthin komme. Aber als gäbe es nichts Normaleres auf der Welt, schalte ich auf „Autopilot“ und verlasse mich auf eine fremde Stimme, die mir sagt, wo es lang geht.

In diesem Moment fällt es mir wie Schuppen von den Augen, dass das, was mir beim Autofahren passiert ist, sich wie ein roter Faden durch viele andere Bereiche unseres Lebens zieht: Das eigene Navigationssystem wird ausgeschaltet, und man verlässt sich auf ein äußeres Navigationssystem. Manchmal sind es virtuelle, manchmal sind es reale Stimmen, die einem den Weg weisen (wollen). Stets in guter Absicht, das unterstelle ich mal an dieser Stelle.

Egal, ob Social Media oder Presse oder gut gemeinte Ratschläge von außen, viel zu häufig gehen Blick und Aufmerksamkeit dahin, was andere tun oder sagen. Wie sie sich präsentieren, ihr Leben gestalten, ihr Business aufbauen, wie sie in einer bestimmten Situation handeln. Ohne Zweifel können wir viele positive Impulse mitnehmen, die uns unterstützen, wenn wir selbst noch nicht so genau wissen, wie wir mit einem aktuellen Thema weitermachen. Doch wenn wir aufhören, auf unser eigenes inneres Navigationssystem zu hören und nicht mehr unserer inneren Stimme vertrauen, laufen wir Gefahr, den Weg der anderen zu gehen und komplett vom eigenen Weg abzukommen. Und der Weg der anderen endet für uns dann nicht selten in einer persönlichen Sackgasse.

 

Auch ein Navi kann irren.

 

Ich selbst habe vor nicht allzu langer Zeit erfahren dürfen, was passiert, wenn man sein eigenes Navigationssystem ausschaltet. Deutlich, sehr deutlich hatte mir meine Intuition ein klares NEIN entgegen gerufen, als es um eine wichtige persönliche Entscheidung ging. Die innere Stimme war in diesem Moment zwar nicht laut, eher war sie ein leises Flüstern, doch ich hatte sie dennoch klar vernommen. Anmerkung: Unsere Intuition ist übrigens der Wegweiser, der sich innerhalb der ersten drei Sekunden einschaltet, nachdem wir in eine bestimmte Situation gekommen sind.

Ich schob die innere Stimme beiseite, weil sich schnell der Kopf dazu gesellte. Dieser hat mir in schönsten und schillerndsten Farben die vermeintlich positiven Seiten eines möglichen JA zur Entscheidung beschrieben. Der Kopf siegte. Zunächst. Was danach kam, war der Bauch. Auch dieser zeigte mir auf seine ganz eigene Art und Weise, dass ich dabei war, eine weitreichende Fehlentscheidung zu treffen. Doch wieder gewann der Verstand mit seinen schönen und bunten Bildern.

Um es kurz zu machen: Ich landete in einer Sackgasse. Und was für einer. Eng und ohne Wendehammer. Tja, so bekam ich vom Leben ein „Geschenk“ präsentiert, das mein gesamtes Leben auf den Kopf stellte, weil ich mein eigenes inneres Wissen, meinen eigenen Wegweiser ignoriert hatte.

 

Wenn das Navi versagt.

 

Manchmal ist es sicher eine Art Bequemlichkeit, die uns dazu verführt, ein fremdes Navigationssystem in unser Leben mit einzuschalten. Spätestens jedoch, wenn es die Lautstärke unserer eigenen inneren Stimme übertönt, sollten wir unser inneres Navigationssystems wieder auf volle Lautstärke stellen. Eine flüsternde Hilfestellung von außen ist gut und angebracht, doch sie sollte niemals lauter sein als unsere innere Stimme, die uns genau den Weg weist, der für uns hier und jetzt richtig ist.

 

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