Planlos.
„Irgendwie glauben wir noch immer, den nächsten Schritt genauestens planen zu müssen. Und was passiert? Was wirklich kommt, zeigt sich doch erst dann, wenn wir aufhören, alles planen zu wollen.“
So oder so ähnlich hat es kürzlich eine Freundin zu mir gesagt.
Seit Wochen ist kein neuer Blogbeitrag erschienen und damit natürlich auch kein Newsletter. Immer wieder habe ich gedacht, jetzt wäre es doch wirklich mal wieder Zeit. Schließlich gibt es diesen Blog nicht ohne Grund, und eigentlich schreibe ich ja gerne.
Nur: Worüber?
Leer ist mein Kopf ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Im Kopf ist ziemlich viel los. Bisschen zu viel, würde ich mal sagen. Gedanken, Fragen, Entscheidungen, Dinge, die geklärt werden wollen, Dinge, auf die ich warte, Dinge, die ich gerne verändern würde und andere, die ich im Moment überhaupt nicht verändern kann.
Und irgendwo dazwischen sitzt diese Stimme, die sagt: Nun mach doch mal. Schreib etwas. Du hast doch so viel zu sagen.
Jawoll, habe ich.
Aber gerade weiß ich nicht so recht, was davon gesagt werden möchte.
Ich habe im vergangenen Blogger-Jahr über die Reise zurück zu mir selbst geschrieben, über Abschied, Neuanfang, darüber, wie wir unseren eigenen Weg finden und manchmal auch darüber, dass wir uns selbst unterwegs verlieren können. Und abgeschlossen hatte ich meine Blogserie sinngemäß mit dem Gedanken, dass diese Reise offenbar nicht irgendwann abgeschlossen ist. Es gibt keinen Punkt, an dem man sagen kann: So, jetzt habe ich mich gefunden, jetzt weiß ich, wer ich bin und wo es langgeht.
So funktioniert das Leben eben nicht.
Und so stehen wir manchmal an einem Punkt, an dem wir nicht wissen, womit es weitergeht. Und genau da stehe ich gerade.
Ich könnte jetzt versuchen, daraus eine kluge Erkenntnis zu machen. Ich könnte erzählen, was diese Phase mich lehrt und welche wunderbaren Chancen in Veränderung liegen. Ich könnte schreiben, dass wir dem Leben vertrauen müssen und dass sich immer eine neue Tür öffnet.
Nur wäre das im Moment nicht ganz ehrlich.
Denn manchmal nervt es einfach, wenn sich keine Tür öffnet. Manchmal möchte man nicht noch geduldiger werden, noch mehr reflektieren oder darauf vertrauen, dass schon alles seinen Sinn haben wird. Man möchte einfach, dass sich endlich etwas bewegt.
Und gleichzeitig weiß ich natürlich, dass das Leben nicht unbedingt schneller wird, nur weil ich ungeduldig auf die Uhr schaue. Wie war das noch mal mit dem Grashalm, an dem man zieht?
Vielleicht ist es eine der schwierigsten Übungen überhaupt auszuhalten, dass etwas gerade nicht in unserer Hand liegt.
Genau das beschäftigt mich im Moment ziemlich. Denn wenn man gewohnt ist, Dinge anzupacken, Lösungen zu suchen und Entscheidungen zu treffen, dann fühlt es sich ziemlich doof an, wenn man plötzlich feststellen muss: Ich kann gerade nicht noch mehr tun, weil manche Dinge eben nicht allein von mir abhängen. Und das auszuhalten, gelingt mir mal besser und mal schlechter.
Wann ist es soweit? Eine Nachricht, eine Zusage, eine Entscheidung, eine Tür, die aufgeht. Sollte ich vielleicht einfach viel geduldiger sein? Was natürlich eine wunderbare Vorstellung ist, wenn man gerade auf etwas wartet, das man dringend braucht: Man wartet einfach noch ein bisschen geduldiger.
Kann das wirklich so einfach sein?
Wir leben in einer Zeit, in der ständig irgendetwas passiert. Und während wir versuchen, unser eigenes Leben zu sortieren, erreichen uns gleichzeitig Nachrichten aus einer Welt, die sich ebenfalls ziemlich aus dem Gleichgewicht anfühlt. Politische Spannungen, Kriege, wirtschaftliche Unsicherheit, Veränderungen, bei denen man manchmal gar nicht weiß, was davon morgen schon wieder anders sein wird.
Auch deshalb habe ich im Moment keine große Lust, zum Beispiel eine energetische Prognose darüber abzugeben, was uns aus Sicht der chinesischen Astrologie erwartet.
Heute, am 7. September, beginnt nach dem chinesischen Kalender der Monat des Yin-Feuers und des Hahns. Normalerweise würde ich an dieser Stelle wahrscheinlich ein bisschen genauer beschreiben, welche grundsätzliche Qualität dieser Monat mit sich bringt.
Ich glaube, wir brauchen gerade weniger Prognosen darüber, was noch kommt.
Denn wir spüren doch alle, dass die allgemeine Anspannung zugenommen hat. Jeder auf seine eigene Weise und mit seinen eigenen Themen. Und vielleicht ist es gerade wichtiger, darauf zu achten, was diese ganze Unruhe mit uns macht.
Wie viel davon lasse ich überhaupt noch an mich heran?
Auf viele Fragen habe ich übrigens gerade keine besonders kluge Antwort. Vielleicht ist das überhaupt das Ehrlichste, was ich heute schreiben kann.
Ich weiß gerade nicht, was wie weitergeht. Ich weiß nur, dass ich weitergehe, auch wenn ich im Moment noch nicht sehe, wohin.
Und vielleicht ist es tatsächlich so, wie meine Freundin gesagt hat: Der nächste Schritt zeigt sich manchmal erst, wenn wir aufhören, ihn unbedingt planen zu wollen.
Ob ich das schon besonders gut kann? Eher nicht.
Aber ich übe noch.
Herzlich, Annette
PS: Das Beitragsbild ist mit Hilfe von KI entstanden.
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